Johann Evangelist Holzer

Maler des Lichts

3. Dezember 2010 bis 13. März 2011

Leben und Werk
Johann Evangelist Holzer (1709 – 1740) gehört zu den großen Meistern des 18. Jahrhunderts. Kirchen und Klöster in Süddeutschland stattete er mit prächtigen Fresken und Altarblättern aus. Nach nur wenigen Schaffensjahren hatte der in Burgeis in Südtirol geborene Künstler, der viele Jahre in Augsburg wirkte und mit nur 31 Jahren in Clemenswerth an der niederländischen Grenze an Typhus starb, ein bedeutendes Werk hinterlassen.

„Einer der größten neuern teutschen Künstlern und Historien-Malern“, so schätzte Georg Christian Kilian 1766 seinen hochberühmten Zeitgenossen Johann Evangelist Holzer ein, dessen künstlerisches Genie bereits früh erkannt wurde. Die Kunstwissenschaft stellt ihn zu den größten deutschen Malern des 18. Jahrhunderts neben Cosmas Damian Asam, Johann Baptist Zimmermann und Johann Georg Bergmüller.
Zu seiner Zeit wurde Holzer Raffael gleichgesetzt, heute ist sein Werk eine wahre Entdeckung.

In seinen Arbeiten ist besonders die kraftvolle Helldunkelmalerei beeindruckend, die von Rembrandt und Rubens beeinflusst ist.

Ausstellung
Das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zeigt mehr als 80 Werke des bedeutenden Tiroler Künstlers: Porträts, Altarblätter, Ölgemälde, Zeichnungen, Bozzetti und Graphiken. Darüberhinaus war Holzer als Freskant berühmt. So lässt eine Computersimulation in der Ausstellung die Kuppelausmalung der zerstörten Benediktinerabteikirche Münsterschwarzach wieder erstehen. Holzers Entwürfe zu seinen verloren gegangen
Fresken an Augsburger Bürgerhäusern führen die einstige Pracht der Fassadenmalerei in der bedeutenden Handelsstadt vor Augen. Seine Arbeiten inspirierten nachfolgende Künstler, u. a. Matthäus Günther, Martin Knoller und Johann Jakob Zeiller, von denen ebenfalls Werke zu sehen sind.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit den Städtischen Kunstsammlungen Augsburg, dem Diözesanmuseum St. Afra in Augsburg und dem Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt.